Von der Sammlung zur Stiftung

Tatsächlich besteht die Sammlung der Stiftung Arina Kowner aus zwei Sammlungen.
Einerseits die Sammlung russischer zeitgenössischer Kunst, die heute rund 300 Werke von über 50 Künstlern umfasst. Der Fokus liegt auf der Zeit von Glasnost und Perestroika. Für die Überführung in eine Stiftung war unter anderem eine Einschätzung der Sammlung von Dr. Andrei Tolstoi, Direktor des Instituts für Theorie und Geschichte der bildenden Kunst an der Russischen Akademie der Künste, ausschlaggebend: Es gebe kaum private Sammlungen russischer Gegenwartskunst, die Werke aus beiden Zentren – Moskau und Leningrad – des Kunstschaffens der Glasnost- und Perestroika-Zeit enthalten. Die Sammlung der Stifterin erfüllt dieses seltene Kriterium. Diese Beurteilung bewegte sie dazu, eine Stiftung zu gründen, um die gesammelten Werke zusammenzuhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen - vor allem weil sie als Ganzes aussagekräftiger ist, als die einzelnen Werke.

 

Werke aus der Leningrader Kunstszene

Werke aus der Moskauer Kunstszene:

Andererseits begann die Stifterin ihre Sammeltätigkeit ursprünglich mit dem Erwerb von Werken internationaler zeitgenössischer Künstler, die nun teilweise als zweiter Sammlungsteil in der Stiftung enthalten sind. Die Rezeption russischer Gegenwartskunst ist - mit wenigen Ausnahmen - im Westen schwierig. Der Stifterin ist es ein zentrales Anliegen, ihr den Stellenwert innerhalb der internationalen Kunst zu verschaffen, den sie verdient. Deshalb wurde in der Ausstellung von Teilen ihrer Sammlung im Kunstmuseum Bern (Dezember 2011 bis Mitte Februar 2012) russische Kunst zusammen mit internationaler - natürlich mit den notwendigen Bezügen - ausgestellt. Die Methode bewährte sich, so sind in der Stiftung auch Werke von Norha Beltràn, Joseph Beuys, Michael Buthe, Martin Disler, Stanislav Fijalkovski, Stefan Gierovski, Jannis Kounellis, Sol Lewitt, Robert Mangold, Markus Raetz und Robert Ryman enthalten.