24.03.2019

Filmvorführung: Das Opfer

Tarkowskis letzter Film, Das Opfer, war für ihn nicht nur ein Spiegel der Wirklichkeit, sondern auch eine Parabel. Über sein früheres Ideal hinaus, das wahre Leben zu zeigen und zu reflektieren, entwickelte sich die fantastische Poesie des Films zu einer gesellschaftskritischen Aufklärung.

Der wohlhabende und gesetzte Alexander erfährt durch seinen Hausarzt vom baldigen und unausweichlichen Ende seines Lebens durch Krebs. Verzweifelt legt der Kranke ein Gelübde ab, alles zu opfern, das ihm lieb ist, sofern er nur geheilt würde. Bei seiner anschliessend stattfindenden Geburtstagsfeier überbringt ihm ein Mittler die Nachricht, er müsse zu einer als Hexe angesehenen Frau gehen und sich ihr hingeben, um sich selbst und die Welt zu retten. Schweigend folgt Alexander der Aufforderung und erlebt bald darauf seine vollständige Genesung. Als Reaktion darauf vollzieht er sein Gelübde und steckt sein Landhaus in Brand.

Die Ursprungsidee zum Film kam Tarkowski bereits in der Sowjetunion, und zwar wie eine Ahnung seines eigenen qualvollen Todes durch Krebserkrankung. Das religiöse Opfer in vollständiger Abkehr von jedweder Art menschlichen Egoismus übte eine grosse Faszination auf den Tarkowski aus. Das Ideal des freien und reinen Existentialismus inspirierte ihn und entwickelte sich schon bald zu einer moralischen Gesellschaftskritik. Tarkowski fordert den Betrachter auf, sich von fortschrittlicher Abhängigkeit zu lösen und sich zurück zur geistigen Verantwortung zu begeben. Er klagt das materialistisch-kapitalistische Prinzip „Geld gegen Ware“ an, mit dem sich der Mensch emotionale Grundbedürfnisse, wie die Liebe und emotionale Ausgeglichenheit, nicht erkaufen könne und somit auch keinen Seelenfrieden finden werde.

Datum: So. 24.03.2019
Zeit: 19:30 (Dauer des Filmes 149 min)
Ort: Grossmünster Kapelle - Eingang Helferei / 
Kirchgasse 13, 8001 Zürich
Eintrittspreise: Fr. 25.- / 15.- Legi inkl. Umtrunk
Bitte reservieren: akka@kulturatelier.com / info@stiftungak.com